Ortsgemeinde Pellingen: Auf dem Bergrücken mit malerischem Ausblick

Die Nähe zur Stadt Trier und zu Luxemburg lassen den Ort weiter wachsen. Freiwerdende Häuser im Ortskern finden schnell wieder neue Eigentümer und ein jüngst durch die Gemeinde erschlossenes Baugebiet mit 33 Baustellen ging im Herbst 2024 an den Markt. Zusätzlich soll eine innerörtliche Lücke entlang der B 268 durch einen privaten Investor mit 40 neuen Wohneinheiten erschlossen werden.

Als Träger einer kommunalen Kita und durch eine Grundschule vor Ort ist die Gemeinde für junge Familien besonders interessant. Die digitale Erschließung wurde bereits in einem Pilotprojekt im Jahr 2019 komplett mit Glasfaseranschluss bis an jedes Haus fertiggestellt. Ein großes ehrenamtliches Engagement ermöglicht den Bürgern ein breites Freizeitangebot in örtlichen Vereinen, Jugend- und Seniorentreffen oder der Kirche vor Ort.

Paradies für Wanderfreunde

Die exponierte Lage auf einem Bergrücken in fast 500 Metern Höhe bietet einen malerischen Ausblick über Mosel, Saar und Ruwer vom Luxemburger Gutland, Eifel bis zu den Höhen des Hunsrückes. Der geübte Wanderer kann diese Aussicht bereits seit einiger Zeit über den Panoramasteig „Karlskopf“ erkunden. In Ergänzung dazu konnte Ortsbürgermeister Andreas Steier (CDU) zwei zusätzliche Wanderrouten „Rund um die Pellinger Schanzen“ in Zusammenarbeit mit der regionalen Saar-Obermosel-Touristik und mit Hilfe einer Leader-Förderung erschließen.

Informationstafeln am Wegesrand bieten dem Wanderer Einblick in die Bedeutung der Pellinger Hochfläche aus der keltischen und römischen Zeit bis in die Neuzeit und die überregionale Bedeutung der namensgebenden Schlacht an den Pellinger Schanzen (1794).

Die Gemeinde investiert 7,1 Millionen Euro in den Ausbau des fünfgruppigen Kindergartens, 1,2 Millionen Euro in die Umwandlung des alten Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz und 250.000 Euro in den Neubau eines Bauhofes. Günstige Baumaßnahmen im Umfeld und schnelle Entscheidungen ermöglichten die Sanierung von fast 4 Kilometern Feldwege. Hierdurch sollen die landwirtschaftlichen Flächen auch zukünftig erreichbar und nutzbar gehalten werden. So kann die Ortsgemeinde auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Hobbywinzern und -viezbauern sowie den Schaf-, Rinder- und Pferdehaltern bis zu den Ackerbauern und den Jagdpächtern blicken. Das bürgerschaftliche Engagement macht hier eine solche Infrastruktur erst möglich und führt zu einem lebendigen Umfeld.

Nähe zu Luxemburg – Chance und Herausforderung

Mit dem Wachstum der Gemeinde wachsen allerdings auch die Verpflichtungen der Kommune. Gerade in Grenznähe zu Luxemburg ist dies allerdings aufgrund des hohen Anteils an im Großherzogtum steuerpflichtigen Arbeitnehmern und den daraus verminderten Einnahmen im Vergleich zu anderen Gemeinden in Deutschland verbunden. Das führt dazu, dass die finanzielle Lage sehr angespannt ist. Lediglich der vorausschauenden Planung bei der Erschließung eines Windparkes ist es zu verdanken, dass die Ortsgemeinde den Fehlbedarf zu einem Teil über Pachteinnahmen und durch eine wirtschaftliche Beteiligung ausgleichen kann. Auch wenn es aufgrund der vielen Projekte nicht langweilig wird, so blickt man in Pellingen schon weiter in die Zukunft und hat bereits die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes und eines Ärztehauses im Blick.


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 06/2026