Frauen in Bürgermeisterämtern: Fortschritte sichtbar – Handlungsbedarf bleibt

50 Prozent der Bevölkerung ist weiblich; in der Politik sind wir davon heute noch weit entfernt. Nur etwa 15 Prozent der Bürgermeisterposten sind weiblich besetzt. Zum Weltfrauentag am 8. März betont der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz die Bedeutung von Frauen in der Kommunalpolitik. In den 2259 Ortsgemeinden gibt es 348 Bürgermeisterinnen. 17 der 158 hauptamtlich geführten Städte und Gemeinden im kreisangehörigen Raum leiten Frauen. Jede von ihnen steht für Engagement, Verantwortung und Gestaltungswillen. Der Anteil weiblicher Führungskräfte steigt erfreulicherweise. Vor fünf Jahren zählte man 290 ehrenamtliche und 10 hauptamtliche Bürgermeisterinnen im kreisangehörigen Raum. Es ist aber noch Luft nach oben.

„Auch wenn die Gründe hierfür sehr unterschiedlich sind, ist es gerade für Frauen nach wie vor besonders schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren. Ein kommunales Ehrenamt erfordert noch erhebliche zusätzliche Zeit. Frauenförderung bedeutet aber mehr als Kinderbetreuung und ist nicht allein Frauensache. Wir brauchen gleiche Startchancen, eine transparente politische Kultur ohne ‚Hinterzimmerpolitik‘ und Null Toleranz bei Alltagssexismus“, fordert Bürgermeisterin Christiane Horsch, Sprecherin des Netzwerks kommunale Führungsfrauen des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz.

Frauen bringen unverzichtbare Kompetenzen, Sichtweisen und Alltagserfahrungen in die Kommunalpolitik ein, die oft neue Perspektiven eröffnen. Ob Mobilitäts- oder Umweltkonzepte, Ortsentwicklung oder Wohnraum- und Gewerbeansiedlung – die Themen Kommunalpolitik seien sicher für Frauen und Männer gleichermaßen interessant.

Das GStB-Netzwerk wirbt bei Politik und Gesellschaft dafür, das Potenzial weiblicher Führungspersönlichkeiten stärker zu nutzen, denn Vielfalt stärkt die Demokratie. Viele Frauen streben keine politischen Ämter an, doch das gilt auch für Männer. „Eine Debatte auf dieser Grundlage führt nicht weiter“, betont Horsch. „Oft heißt es, Frauen seien nicht dort zu finden, wo gerade Posten zu besetzen sind. Das entbindet uns nicht von der Verantwortung, uns besser aufzustellen. Wichtige Schritte sind Vernetzung, Vorbilder sichtbar machen und gezielte Nachwuchsgewinnung durch wiederholte direkte Ansprache. Vor Ort das Leben mitzugestalten ist eine schöne und herausfordernde Aufgabe. Dafür sollten wir gerade bei Frauen offensiver werben“, schließt Horsch.

Pressemitteilung des Gemeinde- und Städtebundes RP vom 05.03.2026