Kommunen machen Klima
Schönstatt setzt auf Solarenergie: Startschuss für nachhaltige Energieversorgung
Impuls durch Beratung der Energieagentur
Den Anstoß für die Installation von Photovoltaik ergab ein Beratungsgespräch im Rahmen des Kommunalen Klimapakts. Im Austausch zwischen der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz und der Verbandsgemeinde Vallendar entstand die Idee, die verschiedenen Schönstatt-Gemeinschaften in Vallendar dahingehend zu beraten, die Dachflächen ihrer Gebäude gezielt für Photovoltaik zu nutzen. In einigen Schönstatt-Gemeinschaften war dies bereits umgesetzt. Bei den Schönstätter Marienschwestern führte Alexander Ehl, Referent für Erneuerbare Energien bei der Energie- und Klimaschutzagentur, ab Frühjahr 2025 Beratungsgespräche mit Verantwortlichen. In diesem Zuge erfolgte auch eine umfassende Analyse der Strom- und Gasverbräuche, der Gebäudestrukturen sowie der technischen Voraussetzungen vor Ort. Ehl fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigten, dass von den Dachflächen der Gebäude drei besonders für Photovoltaik geeignet sind. Sie weisen ein Leistungspotenzial von rund 100 kWp, 250 kWp und 30 kWp auf. Ziel ist es, diese Flächen systematisch zur Eigenstromerzeugung zu nutzen“.
Erste Anlage bereits erfolgreich in Betrieb
Ein erster Meilenstein ist bereits erreicht: Im Dezember 2025 wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99 kWp auf einem der Gebäude, dem Noviziatshaus der Schönstätter Marienschwestern, installiert. Die Anlage ist an einen eigenen Transformator angebunden und versorgt neben dem Noviziatshaus drei weitere große Gebäude mit Strom. Dadurch wird ein außergewöhnlich hoher Eigenverbrauchsanteil von rund 97 Prozent erreicht. Schwester Lieselotte Haller, Generalökonomin der Gemeinschaft, berichtet: „Ich bin erst seit Kurzem hier in Vallendar aktiv, habe aber an meiner vorherigen Wirkungsstätte bereits Erfahrungen mit Photovoltaik und der Zusammenarbeit mit einer Energieagentur gesammelt. Deshalb war ich von Anfang an offen für dieses Thema. Auch meine Mitschwestern waren sehr aufgeschlossen. Im Haushaltsplan war bereits ein Budget für Photovoltaik eingeplant – wir möchten einen grundlegenden Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.“
Nachhaltige Transformation
Die schnelle Umsetzung innerhalb weniger Monate hat alle Beteiligten überzeugt und den Weg für weitere Projekte geebnet. So sind aktuell zwei weitere Photovoltaikanlagen auf Berg Schönstatt- in der Vorplanung. Mittelfristig sollen neben der Eigenstromversorgung beispielsweise auch energetische Sanierungen und die Umstellung von Heizsystemen schrittweise angegangen werden. Denn viele der Gebäude weisen derzeit noch einen hohen Energieverbrauch auf, sodass erhebliche Einsparpotenziale bestehen.
Mit dem begonnenen Transformationsprozess setzt Schönstatt ein Zeichen für Nachhaltigkeit im kirchlichen Kontext und zeigt, wie große Gebäudekomplexe auf erneuerbare Energien umgestellt werden können.
