Gemeinde des Monats Mai 2026
Ortsgemeinde Pfalzfeld: Wo die Flammensäule steht
Das Wappen von Pfalzfeld zeigt eines der bedeutendsten erhaltenen Grab- und Kulturdenkmäler der 5./4. Jh. v.Chr. nordwärts der Alpen. Es handelt sich hierbei um eine keltische Stele, die sich im volkstümlichen Wortsinn als „Flammensäule“ eingebürgert hat. Sie wurde 1649 auf dem Friedhof des damals völlig verwüsteten und unbewohnten Pfalzfelds entdeckt. Der Obelisk trägt auf allen vier Seiten eine sichtbare Spiralverzierung, die lodernden Flammen ähnelt. Heute stellt die Säule eines der bedeutendsten Ausstellungsstücke der vorgeschichtlichen Schausammlung des Landesmuseums Bonn dar. An dem Fundort wurde dann 1747 die heutige evangelische Kirche erbaut.
Wasserturm am Wegesrand
Seit dem 15. Jahrhundert findet nachweisbar ein Markttreiben in Pfalzfeld statt. Nach einigen Unterbrechungen hat man die Markttradition 1988 auf dem alten Marktgelände wieder aufleben lassen. Während früher der Viehmarkt im Vordergrund stand, sind es heute Dinge des täglichen Bedarfs sowie Essen und Trinken, die nachgefragt werden. Der Markt findet jährlich am zweiten Freitag im August statt. Ein weiteres Wahrzeichen des Ortes bildet der Wasserturm, der mit dem Bau der Hunsrückbahn 1908 zur Betankung der Dampflokomotiven errichtet wurde. Heute ist der Turm in privatem Besitz und wird vom Eigentümer bewohnt.
Während früher die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft lebten, kam in den 1960er Jahren der wirtschaftliche Aufschwung durch den Bau der Autobahn, die 1971 fertiggestellt wurde. In diese Zeit fielen auch der Bau eines Wohngebietes mit 40 neuen Bauplätzen sowie die Errichtung eines Gewerbegebietes. Um die Jahrtausendwende entstanden ein weiteres Wohn- und Industriegebiet. Sie bilden heute das wirtschaftliche Rückgrat des Dorfes. Aufgrund der Nachfrage nach Gewerbeflächen und der vorteilhaften Lage an der Autobahn wird derzeit die Entwicklung eines weiteren, 14 ha großen Gewerbegebietes geprüft.
Gastronomie mit Erlebnis
Nach dem Verkauf des historischen Bahnhofs an einen privaten Investor beschloss der Gemeinderat im Jahr 2016 den Bau einer Erlebnisgastronomie am Schinderhannes-Radweg. Dieser erstreckt sich auf einer Länge von rund 30 km von Emmelshausen nach Simmern im Hunsrück. Eine Gastronomie dient als Ausgangs- und Endpunkt für viele Radwanderwege sowie für das neue Traumschleifchen „Baybachquellen“, das sich nahezu barrierefrei auf einer Länge von 6,5 km umrunden lässt und nach einer Wanderung durch die malerische Natur zur Stärkung und Erholung einlädt. Die Kombination aus sportlicher Betätigung und kulinarischen Erlebnissen macht einen Ausflug hier besonders attraktiv. Das Restaurant „Gleis 3“ ist von Dienstag bis Sonntag von 11:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet.
Im Ort befinden sich zudem eine zweizügige Grundschule sowie ein Kindergarten für 80 Kinder. Beide Einrichtungen werden auch von Kindern aus 7 Nachbarorten besucht. Weiterführende Schulen sind in 7 km Entfernung erreichbar. 2027 werden 18 Baugrundstücke neu erschlossen, um den zukünftigen Wohnungsbedarf zu decken. Das Vereinsleben gestalten die Freiwillige Feuerwehr, Tischtennisverein, Dorfverein und der Sportverein. Weitere Einblicke in das Dorfgeschehen erhalten Sie unter www.pfalzfeld.de.
Beitrag aus Gemeinde und Stadt 05/2026
