GStB-Kommentar
Die Hitzewelle und was daraus folgt
Mir war klar, welche Reaktionen in der Politik von Berlin über Mainz bis in unsere Kommunen darauf folgten. Wir müssen mehr für den Klimaschutz machen, uns mehr an den Klimawandel anpassen sowie möglichst alle Kitas und Schulen mit Klimaanlagen ausrüsten. Die Medien ergänzten bereitwillig und warteten mit imposanten Schlagzeilen auf wie: „Was macht die Gemeinde X oder Stadt Y gegen die Hitze?“
Mich stören die immer hektischer werdenden Reaktionen auf solche Ereignisse. Im wahrsten Sinne des Wortes sollten wir einen kühlen Kopf bewahren und in unseren Kommunen besprechen, was wir leisten können und was am dringendsten umzusetzen wäre. Ich erinnere mich noch gut, wie in großer Panik während der Corona-Pandemie Luftreinigungsgeräte für viel Geld beschafft wurden, die jetzt an vielen Stellen ungenutzt gelagert werden.
Zuvorderst sollten wir alle an Pflegeheime und Krankenhäuser denken, wenn es darum geht, Steuermittel in die Klimatisierung von Gebäuden zu stecken. Kindertagesstätten und Schulen benötigen gerade im kommunalen Bereich eine große Aufmerksamkeit. Wer aber die aktuelle finanzielle und personelle Lage der Gemeinden kennt, sollte realistisch mit diesen Wünschen umgehen. Natürlich könnte man Mittel aus dem Sondervermögen für diese spezielle Aufgabe gerade jetzt einsetzen. Man darf aber bei endlichen Mitteln nicht vergessen, dass Sie dann wiederum an anderer Stelle zur Sanierung von kommunaler Infrastruktur fehlen.
Alle aktuell politisch Verantwortlichen dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass auf jede neue Situation direkt reagiert und Abhilfe geschaffen wird. Vielmehr muss den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt werden, dass nicht alle Probleme auf einmal gelöst werden, sondern nur nach und nach abgearbeitet werden können.

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz
Beitrag aus Gemeinde und Stadt 08/2026
